Ein Tag bei uns
 
So sieht ein Tag bei uns in der Kindertagesstätte aus
Annika erzählt vom Tag in der Kindertagesstätte: Es ist 7.15 Uhr. Ich bin heute das erste Kind im Kindergarten und meine Erzieherin ist auch schon da. Wir wünschen uns einen guten Morgen.
Meine Freundin kommt heute erst um 9.00 Uhr; das ist für mich spät; bis 9.00 Uhr sollen alle hier sein. Bei uns wird in jeder Gruppe ein gesundes Frühstück von uns Kindern mit unserer Erzieherin gemeinsam zubereitet.
Gemeinsames Frühstück

Es gibt täglich im Wechsel Müsli oder drei Sorten Brot. Dazu immer frisches Obst, Gemüse als Rohkost, Vollmilch, Tee und Apfelschorle. Wenn ich Hunger habe, setze ich mich an den Frühstückstisch zu anderen Kindern und einer Erzieherin. Ich kann schon alles alleine machen: Ein Brot belegen, Milch in die Tasse schütten. Meine Freundin ist auch am Frühstückstisch und wir unterhalten uns dabei. Anschließend spüle ich mein Geschirr ab und decke für das nächste Kind den Tisch wieder ein.

Nachdem ich meine Zähne geputzt habe, schaue ich mich um und überlege, womit ich spielen möchte.

Der Backtisch ist schon besetzt: Zwei Kinder backen nach dem Rezept an der Wand Brötchen für uns alle. Nachher „verkaufen“ wir die Brötchen auf dem Spielplatz. Die beiden haben schon öfter gebacken und können es ohne Hilfe.

Soll ich jetzt zum Bauteppich, Maltisch oder in die Puppenwohnung gehen, oder spiele ich mit anderen ein Tischspiel? Melde ich mich ab für den Werkraum, in dem ich hämmern oder sägen kann oder gehe ich doch lieber auf den Flur? In der Zeit von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr treffen sich auf dem Flur je vier Kinder aus den drei Gruppen zusammen mit einer Erzieherin. Ich finde es schön, auch einmal außerhalb meiner Gruppe mit anderen Kindern zu spielen, zu basteln oder zu reden.
Heute mache ich erst einige Schüttübungen in meiner Gruppe.

Backe, backe kuchen!
Ein Kind aus unserer Gruppe hat etwas Interessantes aus seinem Gartenteich mitgebracht. Es sind Libellenpuppen. In der Gruppe haben wir Lupen, mit denen wir sie ganz genau betrachten können. Eine Erzieherin zeigt uns in Büchern wie die fertigen Libellen aussehen. Wir nehmen uns vor, beim Spaziergang im Park Libellen zu suchen. Einige Kinder beschäftigen sich noch lange am Maltisch mit den Libellen. Ich möchte jetzt aber lieber mit meiner Freundin auf dem Flur mit Kindern aus den anderen Gruppen spielen.

Manchmal gibt es auch Streit, z. B. wenn alle Kinder in der Puppenwohnung die Mutter spielen wollen. Wir haben schon gelernt, dass wir dann darüber sprechen müssen, denn Hauen ist bei uns verboten. Manchmal schaffen wir es aber nicht alleine und unser Streit ist noch nicht zu Ende. Dann helfen uns unsere Erzieherinnen oder andere Kinder dabei, eine Lösung zu finden.

Jeden Mittag bilden wir einen Kreis. Oft spielen und singen wir zusammen, aber wir sprechen auch über unsere Gefühle, über Wünsche und über Regeln.

Regen kann uns nicht erschüttern
Es regnet. Wir gehen wie jeden Tag nach draußen auf den Spielplatz und ziehen dazu Matschhose, Gummistiefel und Regenjacke an. Ich bin schnell fertig und helfe meinem Freund.

Die Luft ist sauber gewaschen und das Wasser in der Pfütze spritzt bis zur Nasenspitze. Ich fühle mich pudelwohl bei dem Wetter. Andere Kinder möchten nicht so lange draußen bleiben und gehen früh in die Gruppe zurück.

Weil heute Freitag ist, treffen wir uns nicht wie sonst in der Gruppe zum Kreis, sondern zum gemeinsamen Stuhlkreis mit allen Kindern und Erzieherinnen im Turnraum. Manchmal kommt auch meine Mutter dazu.

Meine Freundin wird danach von ihrer Mutter abgeholt. Abholzeit ist von 12.00 bis 12.30 Uhr. Ich bleibe länger hier und treffe mich nun mit den anderen Mittagskindern zum Mittagessen: Unsere Köchin kocht jeden Tag ein leckeres Essen für uns. Manchmal dürfen wir uns auch etwas wünschen.

Wir essen an kleinen Tischen gemeinsam mit vier oder sechs Kindern. Jeder darf sich selber soviel auffüllen, wie er essen möchte. Unsere Erzieherin achtet darauf, dass wir alles probieren.

Unser Schlafraum
Nach dem Nachtisch putzen wir uns wieder die Zähne. Peter hat schon beim Essen gegähnt und geht mit einigen anderen Kindern in unseren Ruheraum mit dem schönen Sternenhimmel. Sein Teddy erwartet ihn bereits auf seinem Bett. Manchmal, wenn ich sehr müde bin, gehe ich auch mit zum Ausruhen. Am schönsten finde ich dabei die Geschichte vor dem Einschlafen, die eine Erzieherin uns erzählt.

Heute gehe ich aber in die Mittagsbetreuung für die Schulanfänger. Dort ruhen wir zuerst im Turnraum aus, später male ich ein Mandala oder spiele auf den Bauteppich. Um 14.00 Uhr essen wir gemeinsam noch einmal Obst, Joghurt, Zwieback oder Knäckebrot. Einige Kinder aus dem Ruheraum sind schon wach und kommen dazu.

Zur Nachmittagsbetreuung um 14.30 Uhr kommen einige Kinder wieder, die mittags zu Hause waren. Wir spielen drinnen oder draußen, je nach Wetter.

Auf unserem Spielplatz habe ich am Liebsten einen Berg mit Rutsche und eine Vogelnestschaukel, in der wir mit vielen Kindern gemeinsam schaukeln können. Außerdem sind dort zwei Weidentippies wie sie die Indianer haben, ein Fußballtor, ein Basketballkorb, zwei große Sandkästen, ein Klettergerüst und ein großer Matschbereich mit Wasserpumpe. Unser Sandspielzeug, die Dreiräder und Roller, Bälle und Springseile sind in einem Holzhaus untergebracht.

Spielen im Stuhlkreis
Mittags kommen die Hortkinder in die Regenbogengruppe, je nachdem, wann ihr Unterricht zu Ende ist. Sie spielen erst oder ruhen sich von der Schule aus. Wenn um ca. 13.15 Uhr alle da sind, essen sie gemeinsam zu Mittag. Danach machen sie in unterschiedlichen Gruppen ihre Hausaufgaben. Auf die Schulferien freuen sich alle, denn dann wird im Kindergarten für die Hortkinder ein spezielles Ferienprogramm angeboten. Das haben sie sich vorher zusammen mit ihren Erzieherinnen im Hortklatsch überlegt. Wir freuen uns auch auf die Ferien, denn dann haben die Hortkinder mehr Zeit, um mit uns zu spielen.

Um 16.30 Uhr schließt die Zipfelmütze. Dann werden alle Kinder abgeholt und gehen nach Hause.